November 9, 2008
Das Thema Partnerschaft und Sexualit�t mit einer chronischen Erkrankung wie einer rheumatoiden Arthritis ist ein spezielles, oft schwieriges Thema. Eine Partnerschaft unter diesen Voraussetzungen hat seine besonderen Probleme. Die Krankheit nimmt oft viel Raum ein, belastet nat�rlich auch eine Partnerschaft. Ich bin berufst�tig und oft nach meiner Arbeit m�de und ersch�pft. H�ufig ist es dann so, dass ich keine Kraft mehr f�r gemeinsame Freizeitaktivit�ten habe. Das ist f�r einen Partner nur schwierig zu verstehen. Die Kraft reichte doch auch f�r den Job. Warum nicht mehr, um gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen? Dann ist es ja auch noch oft so, dass die Tage mit meiner Krankheit sehr unterschiedlich sind. Mal geht es mir gut und ich bin fit, mal geht es nicht so gut und die Kraft reicht nur noch f�r die dringlichsten Dinge. Diese Schwankungen erfordern viel Verst�ndnis von einem Partner und viel offene Kommunikation von uns Betroffenen. Wir m�ssen erkl�ren und dar�ber sprechen. Eine Freundin sagte mal zu mir, dass ist doch wie eine Beziehung zu dritt. Ich - mein Partner - mein Rheuma. Eine solche Beziehung erfordert viel Arbeit und Mut. Mir war das nicht immer klar, wie belastend das auch f�r einen Partner sein kann.
Und das Thema Sex. Ich bin nicht biegsam wie eine Brezel. Das erfordert Phantasie. Und oft habe ich starke Schmerzen, dann habe ich keine Lust auf Sex. Auch da ist viel Verst�ndnis von einem Partner gefordert. Aber auch ich muss lernen, Verst�ndnis f�r meinen Partner zu zeigen.
Ich denke, eine Parnerschaft mit solch besonderen Herausforderungen kann nur funktionieren, wenn von beiden Seiten viel Verst�ndnis aufgebracht wird und offen die Probleme angesprochen werden. Oder?
Januar 20, 2008
Bevor ich meine Reise antrat, hatte ich am meisten Angst vor dem langen Flug. 11 Stunden sitzen, vllig bermdet und bestimmt Gelenkschmerzen. Leider gibt es auch keine Direktflge nach Sdindien. Das bedeutete mitten in der Nacht 3 Stunden Aufenthalt in Sri Lanka/ Colombo. Es war anstrengend. Aber auch das ging zu Ende und die Ankunft im Hotel entschdigte mich dafr. Es war schn, ruhig und es duftete toll. Endlich ins Bett, meine Knochen austrecken, nochmal eine Dosis von meinen Schmerzmittel und ruhen…
Dann begann die Kur mit einem ayurvedischen Anamnese-Gesprch mit der indischen Ayurveda-rztin. Ob sie eine im europischen Sinne ausgebildete rztin ist, wei ich nicht. War mir auch in diesem Moment egal, ich hatte ein gutes Gefhl bei ihr. Viele Fragen zu Schlaf, Trumen, Verdauung, Psyche und vieles mehr. Sie schaute sich genau meine Haut an, meine Ngel und meine Augen. Dann erwartete mich meine erste Massage. Warmes l wird auf mich getrufelt und leicht einmassiert. Herrlich. Als ich dies gerade schreibe, kann ich es noch fhlen. Es war wirklich sehr entspannend.
September 24, 2007
Ich fhle mich momentan mde und oft sehr erschpft. Daher hat mein Rheumatologe mir empfohlen einen Kurantrag zu stellen. Ich soll fr 3 Wochen in die Kur fahren - vielleicht nach Bad Aibling. Aber irgendwie strubt sich etwas in mir. Ich habe meine halbe Kindheit im Krankenhaus verbracht. Das hat bei mir einen “Schaden” hinterlassen. Ich mag keine Krankenhuser mehr. Was soll ich jetzt tun? Gibt es eine Alternative zur Kur? Muss es eine spezielle Rheuma-Kur-Klinik sein? Oder htte es nicht den gleichen Effekt, wenn ich mir einen entspannten Wellness-Urlaub gnnen wrde? Ich will nicht 3 Wochen mit Kranken verbringen, die alle ber 60 sind. Oder tusche ich mich und so ein Kur ist doch sinnvoll und gut? Wer hat Kur-Erfahrung und kann mir weiterhelfen?
September 9, 2007
Es ist ein stndiges Auf und Ab. Mal schmerzt das Knie, mal der Ellenbogen. Heute so, morgen so. Genauso fahren meine Gedanken und Gefhle Achterbahn mit mir. Und diese Erschpfung, macht es auch nicht einfacher. Ich finde, das Schwierigste, wenn man eine Krankheit wie eine rheumatoide Arthritis hat, ist es, mit dieser Unberchenbarkeit zu recht zu kommen. Zumindest ist es das fr mich.
Ich habe eine Idee: Ich sammele jetzt an den guten Tagen die guten Gefhle ein und bewahre sie auf fr die schlechten Tage. Dann kann ich mich an diesen schlechten Tagen daran wrmen. Ist so etwas machbar und wie knnte ich das machen? Darber muss ich nachdenken …
August 25, 2007
Ich denke gerade viel nach. Viele Gedanken purzeln manchmal regelrecht durch meinen Kopf. Viele negative Gedanken. Und ich habe mich gefragt, welches Gefhl dahinter steckt. Und dann kam ich erst auf Wut. Nein, Wut beschreibt es nicht richtig. Und je mehr ich nach dem Gefhl in mir gesucht habe, um so deutlicher habe ich den Zorn in mir gesprt. Ich bin zornig. Zornig auf mich selbst. Zornig auf meinen Krper, der durch Entzndungen zerstrt wird und zornig auf meinen Geist, der sich immer wieder so runter ziehen lsst.
Wie besnftigt man seinen Zorn? Was ist eigentlich das Gegenteil von Zorn? Ich habe gegoogelt. Geduld ist das Gegenteil von Zorn! Da ist sie wieder die Geduld. Schon wieder fhle ich Zorn, dass ich es einfach nicht schaffe, geduldig zu sein. Sanftmut viel mir noch dazu ein. Schnes Wort. Sanftmut. Das klingt nach Ruhe. Sollte ich sanftmtiger mit mir umgehen?
Wie besnftigt man ein zorniges Kind?
August 23, 2007
So oft kann ich aufgrund meines Rheumas bestimmte Dinge nicht tun. Immer wieder sehe und fhle ich, was ich nicht kann. Jeden Tag. Mehrfach. Da gert man schnell in eine negative Richtung und das tut auch seelisch nicht gut. Ich lerne zu sehen, was ich - trotz Rheuma - kann. Und ich konzentriere mich nun auf genau diese Dinge. Ich mchte positive Gedanken in mir fhlen. Nicht immer wieder diese Unzulnglichkeit, die Grenzen. Wenn ich in mir die positiven Gedanken (was ich alles trotz Schmerzen und dicken Gelenken kann) verankere, dann halten diese mich (hoffentlich!) auch an den schlechten Tagen. Dazu muss ich die Augen ffnen und mich mit meinem Rheuma bewut wahrnehmen.
August 11, 2007
Es will nicht locker lassen. In der letzten Zeit fhle ich mich krperlich (im gesamten Krper, nicht nur die Gelenke) krank. Das hohe Cortison lsst mich sehr schlecht schlafen, mal fhle ich mich fit und mal total erschpft. Eine innere Unruhe breitet sich mehr und mehr aus. Wie lange wird das wohl noch andauern? Ich fhl mich krank. Ich suche nach Ruhe. Nach innerer Ruhe und Zufriedenheit. Schwer. Immer wieder kommt da diese Frage in meinen Kopf, auf die ich keine Antwort finde. Warum? Was ist der Sinn? Warum hrt das nicht auf? In irgendeiner Zeitung habe ich einen der vielen Artikel ber den Dalai Lama gelesen. Es war ein Zitat dabei, das mich beschftigt. “Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein groer Glcksfall.” Ich bekomme nicht die Gesundheit, die ich will. Kann das auch irgendwie ein Glcksfall sein? Wenn doch wenigstens etws Gutes daraus entstehen wrde. Das wrde mir doch schon helfen, es macht es leichter.
Immerhin hat mich mein Rheuma, meine Krankheit und die Auseinandersetzung damit geprgt. (Geprgt? Ich wei nicht, ob das das richtige Wort dafr ist. Aber mir fllt gerade kein besseres ein.) Mich mit innerer Zufriedenheit zu beschftigen und wie ich dahin komme, mir Gedanken ber den Sinn meines Lebenes zu machen, dazu bringt mich oft meine Rheuma. Mein Rheuma beschrnkt meine Bewegung. Es stellt mich ruhig. Die Hektik des Lebens bestimmt oft mein Leben. Da bleibt kaum noch Zeit, um zu spren, was mir Glck und innere Zufriedenheit bedeutet.
Wenn ich versuche meine momentane Situation so zu sehen, falle ich nicht so tief und so schwer in dieses Loch aus Schmerzen, Trauer, Wut und Angst. Wenn schon der Rest meines Krpers nicht so richtig funktionieren mchte, mein Verstand bewegt sich in die richtige Richtung.
Juli 29, 2007
Zur Zeit fhle ich mich nicht gut. Ich habe einen starken Schub und meine Gelenke sind dick und gechwollen. Schmerzen. Die Tage sind so lang geworden. Am nachmittag fhle ich mich schon erschpft. Da knnte der Tag fr mich zu Ende sein. Dann knnte ich den erholsamen Schlaf der Nacht gebrauchen. Ich mach dann eine Pause. Versuche mich zu entspannen und ein wenig zu erholen, um den Rest des Tages auch noch zu schaffen. Habe jetzt das Cortison hochgesetzt. Damit geht es schon besser. Ich fhle mich nicht mehr ganz so erschpft und mde. Auch dieser Schub wird vorber gehen… Darauf freue ich mich und versuche dieses gute Gefhl in mir zu halten.
Juli 21, 2007
In der Zwischenzeit wurde mein Blut untersucht, um die genaue Ursache zu erfahren. Ich habe natrlich auch auch im Internet gegoogelt und mir meine Gedanken gemacht. Mein Verdacht war zunchst eine Vaskulitis. Im Blut wurden dann auch die Antikrper (ANCA) gefunden, die darauf hindeuten knnen. Zwar grenzwertig, aber sie sind da. Keine gesicherte Diagnose. Aber es steht so da. Es zwingt mich darber nachzudenken, was noch so alles auf mich zukommen kann. Kein wirklich guter Gedanke. Angst. Ich dachte eigentlich, dass “nur” Rheuma zu haben doch eigentlich genug fr ein Menschenleben sei. Mein Krper jedoch belehrt mich eines besseren.
Eine Vakulitis kann wohl in Folge der rheumatoiden Arthritis entstehen. Mehr als 30 Jahre lebe ich nun schon mit ihr zusammen, mein Rheuma und ich. Das verkraftet so ein Krper wohl auf Dauer nicht so wirklich gut. 30 Jahre kmpft mein Krper schon mit diesen Entzndungen.
Im Moment sieht es so aus, dass sich der Verdacht auf Vaskulitis glcklicherweise nicht besttigt hat. Jedoch greift meine Basistherapie nicht mehr so richtig. Also, das heit, ich brauche ein neues Medikament. Wieder mal. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Eine schwierige Entscheidung. Ich bin nur froh, dass ich noch Optionen habe. Zwar nicht mehr so viele, aber immer wieder gibt es ja auch neue Medikamente, die glcklicherweise auch immer besser werden. Ich hoffe, es ist dann auch mal eins dabei, dass mir - als “Alt-Rheumi” - noch dauerhaft helfen kann. Meine Hoffnung gebe ich nicht auf!!
Juni 20, 2007
Heute morgen hatte ich in meinem Daumengelenk heftige Schmerzen, einfach so ohne Vorwarnung. Und im Laufe des Tages entstand ein komischer Knoten und es wird blau. Merkwrdig. Richtig bld, da heute Mittwoch ist und Mittwoch Nachmittag hat mein Arzt keine Sprechstunde. Dann habe ich in meinen vielen Medizinbchern rumgelesen, mich durch das Internet gegoogelt und das klang gar nicht gut. Jetzt bin ich vllig durch den Wind und mach mir viel zu viele Gedanken. Morgen frh werde ich wohl zuerst mal zu meinem Rheumatologen fahren. Aber bis dahin… wie kann man nur diese besorgniserregenden Gedanken abschalten?
Sabine, wenn Du das liest und Dich wunderst… Als ich Dir geschrieben habe, dachte ich, das ist eigentlich etwas, was ich hier ffentlich mitteilen mchte. Liebe Gre