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April 24, 2007

Warum?

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Krankheitsbewältigung, Medizin — baerbel @ 6:21 pm

“Der Köper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare” Christian Morgenstern

Ich habe vor einigen Tagen diesen Satz gelesen und mich gefragt, was meine Seele mir wohl mit meinem Rheuma sagen möchte. Meine Gelenke werden zersört, Bewegungen werden schwerer, Schmerzen,… Was stimmt nicht in meiner Seele, dass sie sich auf diese Art und Weise ausdrückt?

Es gibt ein kleines Büchlein mit dem Titel “Heile deinen Körper- Seelisch-geistige Gründe für körperlich Krankheit” von Louise L.Hay. Die Autorin glaubt daran, dass falsche Denkmuster Krankheiten verursachen können. Aber mit neuen, positiven Denkmustern können Selbstheilungsprozesse aktiviert werden.

Unter dem Problem Arthritis steht als wahrscheinlicher Grund: Fühlt sich ungeliebt. Kritiksucht. Groll.

Neues Gedankenmuster: Ich bin liebe. Ich beschließe, mich zu lieben und akzeptieren. Ich sehe andere mit Augen der Liebe.

Unter Rheumatismus etwas ähnliches- noch härter. Wahrscheinlicher Grund: Fühlt sich schikaniert. Mangel an Liebe. Chronische Verbitterung. Groll.

Neues Denkmuster: Ich erzeuge meine Erlebnisse selbst. So wie ich mich selbst und andere liebe und annehme, werden meine Erfahrungen besser und besser.

Das klingt für mich zunächst ein bisschen fremd. Doch je mehr ich über diese Gefühle nachdenken und in mich höre, kommt mir so manches vertraut vor.

Gerade wenn mein Körper mal wieder stark schmerzt und die Gelenke sich nur mühsam bewegen wollen, fällt es mir sehr schwer mich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Dann wil ich meinen Körper nicht mehr.  Dann würde ich gerne mit ihm Schluss machen und ihn vor die Tür setzen. Aber das geht ja nicht. Wie heißt es doch so schön “in guten und in schlechten Zeiten”…ich arbeite daran…

Ist meine Seele verbittert? Ich weiß es nicht, ich bin eigentlich kein verbitterter Mensch. Aber ich weiß auch, dass wenn ich mir Gutes tue und mich um meine Seele kümmere, es meinen Gelenken gut tut.

Kann jemand damit etwas anfangen oder ist das zu “esotherisch”?

März 13, 2007

Der Frühlung kommt…

Abgelegt unter: Depression, Leben mit Rheuma — baerbel @ 3:19 pm

Heute ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint und so langsam wird die Kälte vertrieben. Heute habe ich einen Artikel gelesen, dass Reumatiker häufiger an Depressionen leiden als Gesunde. Deshalb ist es für uns mit einer so schwerwiegenden Krankheit wie Rheuma um so wichtiger die Sonne und ihre positiven Auswirkungen auf die Psyche zu genießen. Einfach mal auf eine Bank im Grünen setzen und die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. … Das sind Momente, die jeder, ob gesund oder krank, genießen kann.

Februar 11, 2007

Muskelzerrung oder Nebenwirkung?

Abgelegt unter: Schmerz, Depression, Leben mit Rheuma, Mein Leben — baerbel @ 6:07 pm

Seit circa einer Woche habe ich im rechten Arm eine Muskelzerrung. Das tut ganz schön weh und zwingt mich zur Langsamkeit. Ich versuche den Arm zu entlasten und mehr meinen linken Arm einzusetzen. Aber, wie soll es auch anderst sein, nun fängt mein linkes Handgelenk an zu schmerzen. Und dann kommen die Gedanken, warum ich wohl eine Muskelzerrung habe. Steht das in Zusammenhang mit meinem Rheuma? Ist es eine Nebenwirkung von einer der zahlreichen Medikamente, die ich jeden Tag einnehme? Warum?
Egal welche Krankheit ich mir als Rheumatikerin einfange, ich analysiere, ob das auch mit meinem Rheuma zu tun hat? Und schon bin ich wieder mal in einem negativen Strudel über mein Rheuma, meinen Schmerz, meinen Umgang damit…

Ich bin ein eher pessimistischer Mensch. Mein Glas ist oft halbleer. Wenn ich darüber nachdenke, dann erscheint mir dies ja auch irgendwie logisch. Rheuma ist ja auch eine schwere Krankheit. Wieder. Immer hat alles (natürlich nur das Negative :-) ) irgendwie mit meinem Rheuma zu tun. …

Drücke ich mich? Schiebe ich die Verantwortung für mich und damit auch für meinen Körper, meine Gelenke weg von mir? Rheuma ist manchmal vielleicht auch zu Unrecht der Sündenbock.  Ich glaube, ich muss an meinen guten Gefühlen arbeiten. …

Dezember 14, 2006

Kleine Pause…

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Krankheitsbewältigung, Mein Leben — baerbel @ 9:59 am

Jetzt habe ich schon einige Tage nichts mehr geschrieben. Über mein Leben mit Rheuma und den Umgang damit zu schreiben, fordert auch Kraft. Da sitze ich an meinem Computer, horche in mich hinein und versuche sehr persönliche Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Und manchmal brauche ich dann eine Pause. Manchmal möchte ich nicht, dass mein Rheuma im Mittelpunkt meines Lebens steht. Ich weiß, dass es da ist (ich verdränge nicht mehr - stimmt wohl nicht so ganz - verdränge seltener) und das ist an manchen Tagen auch genug.

Akzeptieren, dass man eine schwere Krankheit hat, ist nicht leicht. Für mich persönlich ist es schwer, ein “friedliches” Miteinander des gesunden und kranken Teiles in sich zu spüren. Kann das jemand nachvollziehen?

November 13, 2006

Rheuma - Leben mit dem “fließenden Schmerz”

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Mein Leben — baerbel @ 2:42 pm

Ein kleiner Tipp von mir: Am Besten den Film zuerst ganz downloaden und dann abspielen. Klickt auf “Click to play” im schwarzen Fenster und dann auf die Pause-Taste. Der Film wird nun zunächst downgeloaded. Der hellgraue Balken zeigt Euch den Status des Downloades an. Sobald der Film komplett downgeloaded ist, kann die Play-Taste angeklickt werden.

November 10, 2006

Rheuma - Leben mit dem “fließenden Schmerz”

Abgelegt unter: Arbeitsleben, Leben mit Rheuma, Mein Leben — Felix Profe-Bracht @ 8:16 pm

Film über Bärbel Mattka, ausgestrahlt vom hr Service-Gesundheit am 26. Oktober 2006.

Rheuma - Leben mit dem “fließenden Schmerz”


(Quelle: Hessischer Rundfunk - Archivservice)

(Dieser Film ist urheberrechtilch geschützt)

November 1, 2006

Phase 5: Akzeptanz und Normalisierung

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Krankheitsbewältigung, Mein Leben — baerbel @ 5:47 pm

Die letzte und “höchste” Stufe der Krankheitsbewältigung im Leben eines Patienten mit Rheuma. Der Autor Arnold Illhardt sagt: “…führt die letzte Phase der Krankheitsverarbeitung wieder zurück in eine “andere” Normalität. Man hat seinen Platz im Leben wiedergefunden,…, man versucht seinen Alltag neu zu strukturieren. …” Das klingt für mich als Mensch mit Rheuma erstmal sehr theoretisch. Habe ich meinen Platz im Leben wiedergefunden? Das kann ich so nicht sagen. Normalität, kann ein Leben mit einer chronischen Krankheit wie chronische Polyarthritis normal sein? Ich denke, eher nein. Aber auf der anderen Seite, was ist schon normal? Das Leben mit einer chronischen Erkrankung wie Rheuma ist anderst. Vieles bekommt eine neue, eine andere Wertigkeit. Leider kann ich mich an ein Leben ohne Krankheit gar nicht mehr erinnern. Deshalb würde mich interessieren, wie hat eine chronische Krankheit Dein Leben verändert? Vielleicht liest dies ja jemand, der sich an den gesunden Zustand erinnern kann und schreibt seine Sichtweise dazu…

Oktober 27, 2006

Sendung des HR-Fernsehen: Rheuma - Leben mit dem fließenden Schmerz

Abgelegt unter: Schmerz, Leben mit Rheuma, Mein Leben — baerbel @ 11:08 am

Der Hessische Rundfunk hatte gestern im Fernsehen die Sendung “Service Gesundheit” mit dem Schwerpunktthema “Rheuma: Leben mit dem fließenden Schmerz” und ich durfte als Betroffene mit im Studio des Maintower sein. Letzte Woche drehte ein Redakteur des HR mit mir einen Film zu meinem Leben. Einen Tag lang hat er mich begleitet und ich habe aus meinem Leben mit der Krankheit Rheuma erzählt. Ich muss ja zugeben, ich hatte ein wenig Sorgen, was er wohl aus diesem Film machen wird. Wie wird er mich darstellen? Als arme Kranke? Als Frau, die trotz Krankheit ihren Weg geht? Und ich bin stolz auf diesen Redakteur, der sehr sensibel gespürt hat, was mich beschäftigt und wer ich bin. Sobald ich den Film vom HR bekomme, werde ich diesen auch hier online stellen. Vielleicht macht er anderen Mut und gibt Kraft. Einem Menschen, der mir heute morgen, einen Tag nach der Sendung, geschrieben hat, hat es schon ein wenig Kraft gegeben. Das macht mich wirklich glücklich!!!

Dann durfte ich auch mit ins Studio. Live-Sendung. Meine Güte, ich war wirklich nervös. Das erstemal im Fernsehen. Wie läuft das so ab? Werde ich stottern oder schaffe ich es auch flüssig zu sprechen? Die Atmosphäre beim HR war wirklich sehr entspannend. Alle waren freundlich und nett. Ich durfte als “VIP-Gast” in der Lounge des HR, ganz oben im Maintower mit einer atemberaubenden Sicht auf Frankfurt, auf meinen Auftritt warten. Erst in die Maske, dann Besprechung mit dem Moderator Mathias Münch und dann vor die Kamera. Der Adrenalin-Spiegel steigt…. Alles hat gut geklappt, kein Stottern, keine geistigen Ausfälle. Eine tolle Erfahrung, die ich wohl nie gemacht hätte, wenn ich diese Krankheit nicht hätte.

Vielleicht hat jemand die Sendung gesehen. Würde mich sehr über Kommentare dazu freuen. Wie geht Ihr mit den Problemen im Alltag und Beruf um?

Oktober 20, 2006

Phase 4: Handeln und Verhandeln

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Krankheitsbewältigung, Mein Leben — baerbel @ 5:59 pm

Die Phase ist laut Autor Arnold Illhardt gekennzeichnet durch große Betriebsamkeit und Aktivität. (…) Häufig gehört dazu auch die Hinwendung zu alternativen (…) Behandlungsmethoden.
Ja, ich denke, auch diese Phase im Verlauf meiner rheumatoiden Arthritis kenne ich. Als Kind nachdem die Diagnose gestellt war, schleppte mich meine Mutter zu vielen Ärzten und Heilpraktikern, oder in irgendeiner Zeitung stand ein Artikel, was alles bei Rheuma vermieden werden sollte. Dann durfte ich beispielsweise keine Tomaten mehr essen, weil die angeblich nicht gut für mich waren. Alles wurde probiert, geändert hat es aber leider nichts.

Als ich meine Entscheidungen selber treffen konnte und anfing, mich mehr mit mir und meinem Rheuma zu beschäftigen, habe ich auch viele verschiedene Sachen versucht: Ich war bei einem Phytologen, ich habe es mit Meditation und Yoga versucht, ich war bei einer Kinesologin,…(werde noch darüber berichten). Manches war frustrierend und manches hat mich Phase 5 (Akzeptanz und Normalisierung) einen großen Schritt weitergebracht. Ein Wundermittel, auch wenn ich es mir so sehr wünsche, habe ich bei meiner Suche nicht gefunden.

Oktober 19, 2006

Eine kurze Begegnung

Abgelegt unter: Leben mit Rheuma, Mein Leben — baerbel @ 6:03 pm

Ich hatte heute ein wirklich schönes Erlebnis. Oft ist es doch so im Leben, dass man Menschen trifft, die einem für lange Zeit im Gedächtnis bleiben - auch wenn es vielleicht nur eine kurze Begegnung war. Und manchmal ist es sogar so, dass man eigentlich diesem Menschen mal “Danke” sagen möchte, aber leider hat man keine Gelegenheit dazu. Ich hatte heute die Gelegenheit “Danke” zu sagen, einem Menschen, der für mich in meiner Kindheit sehr wichtig war. Der mir mit einer kleinen Geste viel Kraft im Umgang mit meiner Krankheit Rheuma gegeben hat. Prof. Dr. Truckenbrodt, damals vor circa 30 Jahren Chef der Rheuma-Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen, hat mir oft die Hand gehalten, wenn es mal wieder notwendig war, dass in den kleinen Gelenkspalt meines Daumens Kortison gespritzt werden musste. Dann saß er neben mir und hat mich von den Schmerzen abgelenkt. Im Anschluss, wenn alles überstanden war, gab es auch immer ein paar Gummibärchen. Daran muss ich auch nach 30 Jahren oft denken und mir war es schon lange ein Bedürfnis ihm zu sagen, wie gut mir das als Kind getan hat. Heute habe ich ihn zufällig auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Wiesbaden getroffen und ich habe die Gelegenheit genutzt. Auch er hat sich gefreut, dass er als Arzt mit einer so kleinen Geste so Positives bewirkt hat. Ein gutes Gefühl!

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