Februar 4, 2008
Ich habe vor einigen Monaten eine neue Therapie angefangen. Eine Infusion, deren Wirkung erst nach circa 4 Monaten zu spren ist. 4 Monate, in denen es mir - wie man ja auch lesen konnte - wirklich schlecht ging. Es sind nicht nur die Schmerzen, es ist das Gemt, die stndige Erschpfung, der innere Zorn, der ganze Mensch, der darunter zu leiden hat. eine Therapieumstellung ist immer auch mit Risiko verbunden. Wird die Therapie helfen? Immer hoffen, die Gelenke untersuchen, tut sich schon etwas, hat die Schwellung vielleicht doch nachgelassen? Das war der Zustand, in dem mich mein Rheuma wirklich fest im Griff hatte. Kein Entkommen, auch wenn ich es noch so sehr versucht habe.
Vor 3 Wochen habe ich gemeinsam mit meinem Rheumatologen bechlossen, dass wohl mit der Therpaie keine Besserung mehr bei mir eintritt. Jetzt habe ich vor 3 Wochen wieder mit meiner vorherigen Therapie begonnen und spritze mich alle 14 Tage. Das wirklich Gute dabei ist fr mich, dass ich eine Wirkung nicht erst nach einigen Monaten zu erwarten ist, sondern schon nach circa 14 Tagen bis 4 Wochen. Und, ich kann es jetzt schon spren. die Wirkung setzt so langsam ein. Ich bin nicht mehr so erschpft, dass ich mich um 18.00 Uhr ins Bett legen muss und mir der Tag viel zu lang erscheint. Die Schmerze haben nachgelassen und kommen nicht mehr mit so einer Wucht. Und in den letzten 10 Tagen hatte ich auch keinen Tag dabei, an dem ich kaum laufen konnte oder wegen meiner schmerzen Hnde nicht mehr schreiben konnte.
Die Schwere weicht auch damit schrittweise. Die Schwere und der Zorn verblassen. Endlich kann ich wieder mehr ich selbst sein. Mir war gar nicht bewut, wie stark der Einfluss meines Rheumas auch auf meine Pernlichkeit ist.
Januar 20, 2008
Bevor ich meine Reise antrat, hatte ich am meisten Angst vor dem langen Flug. 11 Stunden sitzen, vllig bermdet und bestimmt Gelenkschmerzen. Leider gibt es auch keine Direktflge nach Sdindien. Das bedeutete mitten in der Nacht 3 Stunden Aufenthalt in Sri Lanka/ Colombo. Es war anstrengend. Aber auch das ging zu Ende und die Ankunft im Hotel entschdigte mich dafr. Es war schn, ruhig und es duftete toll. Endlich ins Bett, meine Knochen austrecken, nochmal eine Dosis von meinen Schmerzmittel und ruhen…
Dann begann die Kur mit einem ayurvedischen Anamnese-Gesprch mit der indischen Ayurveda-rztin. Ob sie eine im europischen Sinne ausgebildete rztin ist, wei ich nicht. War mir auch in diesem Moment egal, ich hatte ein gutes Gefhl bei ihr. Viele Fragen zu Schlaf, Trumen, Verdauung, Psyche und vieles mehr. Sie schaute sich genau meine Haut an, meine Ngel und meine Augen. Dann erwartete mich meine erste Massage. Warmes l wird auf mich getrufelt und leicht einmassiert. Herrlich. Als ich dies gerade schreibe, kann ich es noch fhlen. Es war wirklich sehr entspannend.
Dezember 30, 2007
Lange habe ich nun hier nicht mehr geschrieben. Mir ging es in letzter Zeit nicht gut und ich habe gerade so meinen Alltag und meinen Job bewltigt. Dann war der Akku einfach leer. Ich bin vor Erschpfung einfach ins Bett gefallen. Da war leider kein Platz mehr fr irgendetwas. Noch bin ich aus dieser bitteren Phase nicht heraus, aber ich habe wieder ein bisschen Kraft tanken knnen.
Ich war 14 Tage in Indien und habe eine Ayurveda-Kur gemacht. Die Kur, die mir mein Rheumatologe ans Herz gelegt hat, habe ich nicht beantragt. Irgendwie hat sich in mir etwas dagegegen gewehrt. Ich wollte etwas anderes. Aber klar war, dass ich Erholung brauche. Ich musste raus aus diesem regnerischen, trben Alltag. Also habe ich mich entschlossen eine Ayurveda-Kur zu machen, eine etwas andere Rheuma-Kur. Ich wute nicht so ganz, was mich erwartet, aber voller Hoffnung bin ich in das warme Indien geflogen, um mich 14 Tage ayurvedisch behandeln zu lassen. Massagen, le, ayurvedisches Essen, Reinigung der Augen, Ohren, Nase, Ghi, Yoga und viel Ruhe haben mir gut getan. Das Wunder, welches ich mir insgeheim gewnscht und darauf gehofft hatte, ist natrlich nicht eingetreten. Schmerzen und geschwollene Gelenke sind noch da, aber trotzdem ertrglicher und meine innere Kraft, die mein Rheuma in den letzten Monaten fast aufgebraucht hatte, ist wieder strker geworden. Dafr hat es sich gelohnt.
Ich werde in den nchsten Beitrgen ausfhrlicher ber meine Indien-Reise berichten und beschreiben, was eine solche Behandlung beinhaltet. Vielleicht hat auch jemand Erfahrungen mit einer Ayurveda-Behandlung gesammelt? Wie waren Deine Erfahrungen?
September 24, 2007
Ich fhle mich momentan mde und oft sehr erschpft. Daher hat mein Rheumatologe mir empfohlen einen Kurantrag zu stellen. Ich soll fr 3 Wochen in die Kur fahren - vielleicht nach Bad Aibling. Aber irgendwie strubt sich etwas in mir. Ich habe meine halbe Kindheit im Krankenhaus verbracht. Das hat bei mir einen “Schaden” hinterlassen. Ich mag keine Krankenhuser mehr. Was soll ich jetzt tun? Gibt es eine Alternative zur Kur? Muss es eine spezielle Rheuma-Kur-Klinik sein? Oder htte es nicht den gleichen Effekt, wenn ich mir einen entspannten Wellness-Urlaub gnnen wrde? Ich will nicht 3 Wochen mit Kranken verbringen, die alle ber 60 sind. Oder tusche ich mich und so ein Kur ist doch sinnvoll und gut? Wer hat Kur-Erfahrung und kann mir weiterhelfen?
Juli 29, 2007
Zur Zeit fhle ich mich nicht gut. Ich habe einen starken Schub und meine Gelenke sind dick und gechwollen. Schmerzen. Die Tage sind so lang geworden. Am nachmittag fhle ich mich schon erschpft. Da knnte der Tag fr mich zu Ende sein. Dann knnte ich den erholsamen Schlaf der Nacht gebrauchen. Ich mach dann eine Pause. Versuche mich zu entspannen und ein wenig zu erholen, um den Rest des Tages auch noch zu schaffen. Habe jetzt das Cortison hochgesetzt. Damit geht es schon besser. Ich fhle mich nicht mehr ganz so erschpft und mde. Auch dieser Schub wird vorber gehen… Darauf freue ich mich und versuche dieses gute Gefhl in mir zu halten.
Juli 21, 2007
In der Zwischenzeit wurde mein Blut untersucht, um die genaue Ursache zu erfahren. Ich habe natrlich auch auch im Internet gegoogelt und mir meine Gedanken gemacht. Mein Verdacht war zunchst eine Vaskulitis. Im Blut wurden dann auch die Antikrper (ANCA) gefunden, die darauf hindeuten knnen. Zwar grenzwertig, aber sie sind da. Keine gesicherte Diagnose. Aber es steht so da. Es zwingt mich darber nachzudenken, was noch so alles auf mich zukommen kann. Kein wirklich guter Gedanke. Angst. Ich dachte eigentlich, dass “nur” Rheuma zu haben doch eigentlich genug fr ein Menschenleben sei. Mein Krper jedoch belehrt mich eines besseren.
Eine Vakulitis kann wohl in Folge der rheumatoiden Arthritis entstehen. Mehr als 30 Jahre lebe ich nun schon mit ihr zusammen, mein Rheuma und ich. Das verkraftet so ein Krper wohl auf Dauer nicht so wirklich gut. 30 Jahre kmpft mein Krper schon mit diesen Entzndungen.
Im Moment sieht es so aus, dass sich der Verdacht auf Vaskulitis glcklicherweise nicht besttigt hat. Jedoch greift meine Basistherapie nicht mehr so richtig. Also, das heit, ich brauche ein neues Medikament. Wieder mal. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Eine schwierige Entscheidung. Ich bin nur froh, dass ich noch Optionen habe. Zwar nicht mehr so viele, aber immer wieder gibt es ja auch neue Medikamente, die glcklicherweise auch immer besser werden. Ich hoffe, es ist dann auch mal eins dabei, dass mir - als “Alt-Rheumi” - noch dauerhaft helfen kann. Meine Hoffnung gebe ich nicht auf!!
Juni 20, 2007
Heute morgen hatte ich in meinem Daumengelenk heftige Schmerzen, einfach so ohne Vorwarnung. Und im Laufe des Tages entstand ein komischer Knoten und es wird blau. Merkwrdig. Richtig bld, da heute Mittwoch ist und Mittwoch Nachmittag hat mein Arzt keine Sprechstunde. Dann habe ich in meinen vielen Medizinbchern rumgelesen, mich durch das Internet gegoogelt und das klang gar nicht gut. Jetzt bin ich vllig durch den Wind und mach mir viel zu viele Gedanken. Morgen frh werde ich wohl zuerst mal zu meinem Rheumatologen fahren. Aber bis dahin… wie kann man nur diese besorgniserregenden Gedanken abschalten?
Sabine, wenn Du das liest und Dich wunderst… Als ich Dir geschrieben habe, dachte ich, das ist eigentlich etwas, was ich hier ffentlich mitteilen mchte. Liebe Gre
April 24, 2007
“Der Kper ist der bersetzer der Seele ins Sichtbare” Christian Morgenstern
Ich habe vor einigen Tagen diesen Satz gelesen und mich gefragt, was meine Seele mir wohl mit meinem Rheuma sagen mchte. Meine Gelenke werden zersrt, Bewegungen werden schwerer, Schmerzen,… Was stimmt nicht in meiner Seele, dass sie sich auf diese Art und Weise ausdrckt?
Es gibt ein kleines Bchlein mit dem Titel “Heile deinen Krper- Seelisch-geistige Grnde fr krperlich Krankheit” von Louise L.Hay. Die Autorin glaubt daran, dass falsche Denkmuster Krankheiten verursachen knnen. Aber mit neuen, positiven Denkmustern knnen Selbstheilungsprozesse aktiviert werden.
Unter dem Problem Arthritis steht als wahrscheinlicher Grund: Fhlt sich ungeliebt. Kritiksucht. Groll.
Neues Gedankenmuster: Ich bin liebe. Ich beschliee, mich zu lieben und akzeptieren. Ich sehe andere mit Augen der Liebe.
Unter Rheumatismus etwas hnliches- noch hrter. Wahrscheinlicher Grund: Fhlt sich schikaniert. Mangel an Liebe. Chronische Verbitterung. Groll.
Neues Denkmuster: Ich erzeuge meine Erlebnisse selbst. So wie ich mich selbst und andere liebe und annehme, werden meine Erfahrungen besser und besser.
Das klingt fr mich zunchst ein bisschen fremd. Doch je mehr ich ber diese Gefhle nachdenken und in mich hre, kommt mir so manches vertraut vor.
Gerade wenn mein Krper mal wieder stark schmerzt und die Gelenke sich nur mhsam bewegen wollen, fllt es mir sehr schwer mich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Dann wil ich meinen Krper nicht mehr. Dann wrde ich gerne mit ihm Schluss machen und ihn vor die Tr setzen. Aber das geht ja nicht. Wie heit es doch so schn “in guten und in schlechten Zeiten”…ich arbeite daran…
Ist meine Seele verbittert? Ich wei es nicht, ich bin eigentlich kein verbitterter Mensch. Aber ich wei auch, dass wenn ich mir Gutes tue und mich um meine Seele kmmere, es meinen Gelenken gut tut.
Kann jemand damit etwas anfangen oder ist das zu “esotherisch”?
November 28, 2006
Ich war heute bei meinem Rheuamtologen. Alle 3-4 Monate bin ich zu einem Kontrolltermin bei meinem Arzt. Dann werden mal wieder die Blutwerte kontrolliert und wir reden darber, wie es mir geht. Meist fhle ich mich nach solchen Besuchen eher geknickt. Mein Doktor sagt mir nmlich oft, zu oft, dass meine Blutsenkung zu hoch ist, mein CRP-Wert zu hoch und mein Ellenbogen wieder geschwollen ist oder dieses oder jenes Gelenk. Auch wenn man sich mal eine Zeit lang gut gefhlt hat, die Blutwerte zeigen dann an, tsch, bld aber auch, Dir geht es trotzdem nicht so gut.
Heute waren mein Arzt und ich erleichtert. Meine Gelenke sehen gut aus, gut meine Blutwerte sind noch im Labor. Aber dieses Mal bin ich zuversichtlich, dass sie mitspielen.
Ich war ja auch brav. Hab mich geschont, arbeite weniger und mach auch ein wenig “Sport” (Nordic Walking). Zudem ist meine Seele nicht gestresst und ich wrde sagen so insgesamt fhle ich mich ganz wohl. Was wohl meine Blutwerte sagen werden?