Februar 11, 2008
In Indien habe ich oft Sudoku Rsel gelst. Und immer wieder kam ich an einen Punkt, wo ich auf die Zahlen gestarrt habe und nicht mehr weiter kam. So sehr ich mich auch bemht habe, ich konnte keine Zahl mehr richtig eintragen. Dann habe ich das Rtsel zur Seite gelegt und am nchsten Tag erst wieder zur Hand genommen. Und es hat dann nur 5 Sekunden gedauert bis ich der nchste Zahl eintragen konnte.
Manchmal ist es gut die Augen zu heben und von einem Problem zu lsen. Wenn man dann andere, neue Eindrcke sammelt und man anschlieend sich das Problem wieder ansieht, kann man innerhalb von Sekunden eine Lsung finden. Doch nicht immer ist es leicht, den Blick zu heben und mit einer vernderten Perspektive zu sehen. Ich habe das Gefhl je tiefer emotional ein Problem geht, um so schwerer ist es den Blick zu lsen und zu verndern.
Dezember 30, 2007
Lange habe ich nun hier nicht mehr geschrieben. Mir ging es in letzter Zeit nicht gut und ich habe gerade so meinen Alltag und meinen Job bewltigt. Dann war der Akku einfach leer. Ich bin vor Erschpfung einfach ins Bett gefallen. Da war leider kein Platz mehr fr irgendetwas. Noch bin ich aus dieser bitteren Phase nicht heraus, aber ich habe wieder ein bisschen Kraft tanken knnen.
Ich war 14 Tage in Indien und habe eine Ayurveda-Kur gemacht. Die Kur, die mir mein Rheumatologe ans Herz gelegt hat, habe ich nicht beantragt. Irgendwie hat sich in mir etwas dagegegen gewehrt. Ich wollte etwas anderes. Aber klar war, dass ich Erholung brauche. Ich musste raus aus diesem regnerischen, trben Alltag. Also habe ich mich entschlossen eine Ayurveda-Kur zu machen, eine etwas andere Rheuma-Kur. Ich wute nicht so ganz, was mich erwartet, aber voller Hoffnung bin ich in das warme Indien geflogen, um mich 14 Tage ayurvedisch behandeln zu lassen. Massagen, le, ayurvedisches Essen, Reinigung der Augen, Ohren, Nase, Ghi, Yoga und viel Ruhe haben mir gut getan. Das Wunder, welches ich mir insgeheim gewnscht und darauf gehofft hatte, ist natrlich nicht eingetreten. Schmerzen und geschwollene Gelenke sind noch da, aber trotzdem ertrglicher und meine innere Kraft, die mein Rheuma in den letzten Monaten fast aufgebraucht hatte, ist wieder strker geworden. Dafr hat es sich gelohnt.
Ich werde in den nchsten Beitrgen ausfhrlicher ber meine Indien-Reise berichten und beschreiben, was eine solche Behandlung beinhaltet. Vielleicht hat auch jemand Erfahrungen mit einer Ayurveda-Behandlung gesammelt? Wie waren Deine Erfahrungen?
September 9, 2007
Es ist ein stndiges Auf und Ab. Mal schmerzt das Knie, mal der Ellenbogen. Heute so, morgen so. Genauso fahren meine Gedanken und Gefhle Achterbahn mit mir. Und diese Erschpfung, macht es auch nicht einfacher. Ich finde, das Schwierigste, wenn man eine Krankheit wie eine rheumatoide Arthritis hat, ist es, mit dieser Unberchenbarkeit zu recht zu kommen. Zumindest ist es das fr mich.
Ich habe eine Idee: Ich sammele jetzt an den guten Tagen die guten Gefhle ein und bewahre sie auf fr die schlechten Tage. Dann kann ich mich an diesen schlechten Tagen daran wrmen. Ist so etwas machbar und wie knnte ich das machen? Darber muss ich nachdenken …
August 23, 2007
So oft kann ich aufgrund meines Rheumas bestimmte Dinge nicht tun. Immer wieder sehe und fhle ich, was ich nicht kann. Jeden Tag. Mehrfach. Da gert man schnell in eine negative Richtung und das tut auch seelisch nicht gut. Ich lerne zu sehen, was ich - trotz Rheuma - kann. Und ich konzentriere mich nun auf genau diese Dinge. Ich mchte positive Gedanken in mir fhlen. Nicht immer wieder diese Unzulnglichkeit, die Grenzen. Wenn ich in mir die positiven Gedanken (was ich alles trotz Schmerzen und dicken Gelenken kann) verankere, dann halten diese mich (hoffentlich!) auch an den schlechten Tagen. Dazu muss ich die Augen ffnen und mich mit meinem Rheuma bewut wahrnehmen.
August 21, 2007
Ich habe etwas Interessantes gelesen, das mich beschftigt. Es stammt aus dem Buch “Tag fr Tag zur Mitte finden” von Tensin Gyatso, dem 14. Dalai Lama.
Warum soll man sich sorgen, wenn sich ein Problem lsen lsst? Wenn es eine Lsung gibt, dann braucht man sich doch nicht zu ngstigen. Und wenn etwas unabnderlich ist, dann muss man sich fgen. Sorgen nehmen einem nur die ntige Kraft. Sie sind nutzlos.
Das klingt so logisch. Sorgen sind so nutzlos und rauben mir Kraft. Aber warum ist es dann so schwer, das auch im Herzen zu fhlen? Trotzdem kann ich die Gedanken und Sorgen nicht einfach ausschalten. Geduld. Ich lerne mich in Geduld zu ben. Ich mchte innerlich ruhiger werden, geduldiger. Ich fhle, dass das fr mich der richtige Weg ist und diese Krankheit Rheuma auch positiv beeinflussen wird. Es ist nur so schwer.
August 11, 2007
Es will nicht locker lassen. In der letzten Zeit fhle ich mich krperlich (im gesamten Krper, nicht nur die Gelenke) krank. Das hohe Cortison lsst mich sehr schlecht schlafen, mal fhle ich mich fit und mal total erschpft. Eine innere Unruhe breitet sich mehr und mehr aus. Wie lange wird das wohl noch andauern? Ich fhl mich krank. Ich suche nach Ruhe. Nach innerer Ruhe und Zufriedenheit. Schwer. Immer wieder kommt da diese Frage in meinen Kopf, auf die ich keine Antwort finde. Warum? Was ist der Sinn? Warum hrt das nicht auf? In irgendeiner Zeitung habe ich einen der vielen Artikel ber den Dalai Lama gelesen. Es war ein Zitat dabei, das mich beschftigt. “Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein groer Glcksfall.” Ich bekomme nicht die Gesundheit, die ich will. Kann das auch irgendwie ein Glcksfall sein? Wenn doch wenigstens etws Gutes daraus entstehen wrde. Das wrde mir doch schon helfen, es macht es leichter.
Immerhin hat mich mein Rheuma, meine Krankheit und die Auseinandersetzung damit geprgt. (Geprgt? Ich wei nicht, ob das das richtige Wort dafr ist. Aber mir fllt gerade kein besseres ein.) Mich mit innerer Zufriedenheit zu beschftigen und wie ich dahin komme, mir Gedanken ber den Sinn meines Lebenes zu machen, dazu bringt mich oft meine Rheuma. Mein Rheuma beschrnkt meine Bewegung. Es stellt mich ruhig. Die Hektik des Lebens bestimmt oft mein Leben. Da bleibt kaum noch Zeit, um zu spren, was mir Glck und innere Zufriedenheit bedeutet.
Wenn ich versuche meine momentane Situation so zu sehen, falle ich nicht so tief und so schwer in dieses Loch aus Schmerzen, Trauer, Wut und Angst. Wenn schon der Rest meines Krpers nicht so richtig funktionieren mchte, mein Verstand bewegt sich in die richtige Richtung.
Februar 11, 2007
Seit circa einer Woche habe ich im rechten Arm eine Muskelzerrung. Das tut ganz schn weh und zwingt mich zur Langsamkeit. Ich versuche den Arm zu entlasten und mehr meinen linken Arm einzusetzen. Aber, wie soll es auch anderst sein, nun fngt mein linkes Handgelenk an zu schmerzen. Und dann kommen die Gedanken, warum ich wohl eine Muskelzerrung habe. Steht das in Zusammenhang mit meinem Rheuma? Ist es eine Nebenwirkung von einer der zahlreichen Medikamente, die ich jeden Tag einnehme? Warum?
Egal welche Krankheit ich mir als Rheumatikerin einfange, ich analysiere, ob das auch mit meinem Rheuma zu tun hat? Und schon bin ich wieder mal in einem negativen Strudel ber mein Rheuma, meinen Schmerz, meinen Umgang damit…
Ich bin ein eher pessimistischer Mensch. Mein Glas ist oft halbleer. Wenn ich darber nachdenke, dann erscheint mir dies ja auch irgendwie logisch. Rheuma ist ja auch eine schwere Krankheit. Wieder. Immer hat alles (natrlich nur das Negative
) irgendwie mit meinem Rheuma zu tun. …
Drcke ich mich? Schiebe ich die Verantwortung fr mich und damit auch fr meinen Krper, meine Gelenke weg von mir? Rheuma ist manchmal vielleicht auch zu Unrecht der Sndenbock. Ich glaube, ich muss an meinen guten Gefhlen arbeiten. …
Dezember 14, 2006
Jetzt habe ich schon einige Tage nichts mehr geschrieben. ber mein Leben mit Rheuma und den Umgang damit zu schreiben, fordert auch Kraft. Da sitze ich an meinem Computer, horche in mich hinein und versuche sehr persnliche Gedanken und Gefhle in Worte zu fassen. Und manchmal brauche ich dann eine Pause. Manchmal mchte ich nicht, dass mein Rheuma im Mittelpunkt meines Lebens steht. Ich wei, dass es da ist (ich verdrnge nicht mehr - stimmt wohl nicht so ganz - verdrnge seltener) und das ist an manchen Tagen auch genug.
Akzeptieren, dass man eine schwere Krankheit hat, ist nicht leicht. Fr mich persnlich ist es schwer, ein “friedliches” Miteinander des gesunden und kranken Teiles in sich zu spren. Kann das jemand nachvollziehen?
November 13, 2006
Ein kleiner Tipp von mir: Am Besten den Film zuerst ganz downloaden und dann abspielen. Klickt auf “Click to play” im schwarzen Fenster und dann auf die Pause-Taste. Der Film wird nun zunchst downgeloaded. Der hellgraue Balken zeigt Euch den Status des Downloades an. Sobald der Film komplett downgeloaded ist, kann die Play-Taste angeklickt werden.
November 10, 2006
Film ber Brbel Mattka, ausgestrahlt vom hr Service-Gesundheit am 26. Oktober 2006.
Rheuma - Leben mit dem “flieenden Schmerz”
(Quelle: Hessischer Rundfunk - Archivservice)
(Dieser Film ist urheberrechtilch geschtzt)